Was ist der Sinn unseres Lebens?

Welches ist der Sinn unseres Lebens, welches der Sinn des Lebens aller Lebewesen überhaupt? Eine Antwort auf diese Frage wissen, heißt religiös zu sein. – Wer sein eigenes Leben und das seiner Mitmenschen als sinnlos empfindet, der ist nicht nur unglücklich, sondern kaum lebensfähig. ALBERT EINSTEIN

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Ich stell mir vor, die Gänse könnten reden.

„Ein Haufen schnatternder Gänse wohnt auf einem wunderbaren Bauernhof. Sie veranstalten alle sieben Tage eine herrliche Parade. Das stattliche Federvieh wandert im Gänsemarsch zum Zaun, wo der beredste Gänserich mit ergreifenden Worten schnatternd die Herrlichkeit der Gänse dartut. Immer wieder kommt er darauf zu sprechen, wie in Vorzeiten die Gänse mit ihrem mächtigen Gespann die Meere und Kontinente beflogen haben. Er vergass nicht dabei das Lob an Gottes Schöpfermacht zu betonen. Schliesslich hat er den Gänsen ihre kräftigen Flügel und ihren unglaublichen Richtungssinn gegeben, dank derer die Gänse die Erdkugel überflogen. Die Gänse sind tief beeindruckt. Sie senken andächtig ihre Köpfe und drücken ihre Flügel fest an den wohlgenährten Körper, der noch nie den Boden verlassen hat. Sie watscheln auseinander, voll Lobes für die gute Predigt und den beredten Gänserich. Aber das ist auch alles. Fliegen tun sie nicht. Sie machen nicht einmal den Versuch. Sie kommen gar nicht auf den Gedanken. Sie fliegen nicht, denn das Korn ist gut, der Hof ist sicher, und ihr Leben bequem.“

Søren Kierkegaard

Der Professor und sein Knochen

86 Jahre nach der Niederschrift so aktuell wie eh und je:

Es ist noch kaum jemand aufgefallen, wie hilflos die Wissenschaft in bezug auf die prähistorischen Tatsachen herumtappt. Hier hinkt die Wissenschaft, deren moderne Wunder wir alle anstaunen, nach und sammelt nur unablässig neue und immer neue Daten. Bei allen praktischen Erfindungen, bei den meisten naturwissenschaftlichen Entdeckungen lässt sich die Wahrheinlichkeit stets durch Experimente bekräftigen, aber die Wissenschaft ist unfähig, experimentell einen Menschen herzustellen, ja, sie kann nicht einmal beobachten, was die ersten Menschen taten. Ein Erfinder vermag Schritt um Schritt die Konstruktion eines Aeroplans zu fördern, und wenn er auch nur mit Stöcken und Metallabfällen auf seinem Hinterhof herumprobiert. Sollte ihm bei seinen Berechnungen ein Irrtum unterlaufen sein, so wird das Flugzeug diesen Fehler dadurch berichtigen, dass es auf dem Boden zerschellt. Aber der Forscher hat keine Möglichkeit, zu beobachten, wie das ‚Missing Link‘ sich auf seinem eigenen Hofe entwickelt. Und wenn ihm ein Irrtum in bezug auf die Baumlebensweise seiner Ahnen unterlaufen ist, dann sieht er nicht, ob seine auf Bäumen lebenden Vorfahren von dem Baum herunterplumpsen. Er kann auch einen Höhlenmenschen nicht einer Katze gleich auf dem Hofe halten und durch Beobachtung feststellen, ob dieser tatsächlich Menschenfresserei treibt, oder sich seine Eheliebste durch Raub erobert. Er kann nicht einen Stamm primitiver Menschen wie eine Hundemeute im Zwinger halten, um festzustellen, inwieweit sie von Herdeninstinnkten beeinflusst werden. Wenn er bemerkt, dass sich ein spezieller Vogl auf eine ganz spezielle Art benimmt, kann er sich andere Vögel beschaffen und beobachten, ob diese sich in gleicher Weise verhalten; doch wenn er in einer Berghöhle einen Schädel oder den Bruchteil eines Schädels entdeckt, so kann er dieses Stück nicht zu einer Vision des Tales der Gebeine vervielfältigen. Beim Studium einer Vergangenheit, die fast gänzlich ausgetilgt ist, kann der Forscher sich nur vom Augenschein und nicht vom Experimente leiten lassen, und das Beweismaterial ist schwerlich ausreichend, um beweiskräftig zu sein. Während die meisten Wissenschaften sich in einer Art Kurve bewegen, die ständig durch neues Beweismaterial korrigiert wird, entflieht diese Wissenschaft in grader Linie unkorrigiert durch die Erfahrung ins Leere. Aber die Gewohnheit, Schlüsse zu ziehen, wie sich solche tatsächlich auf fruchtbareren Betätigungsfeldern ziehen lassen, ist dem wissenschaftlichen Denken so tief eingewurzelt, dass er auch hier nicht widerstehen kann, ins Blaue hinein zu reden. Der Wissenschaftler spricht über die durch ein Bruchstück eines Knochens angeregte Idee, als handle es sich um ein Flugzeug, das doch zum wenigsten aus einem ganzen Haufen von Metallabfall gebaut worden ist. Das Schlimme bei dem Professor  der Prähistorie ist, dass er es nicht über sich bringt, seinen Abfall zum Abfall zu werfen. Das wunderbare, triumphierende Flugzeug ist aus hundert Irrtümern entstanden. Wer dem Ursprung der Dinge nachforscht, kann nur einen Irrtum begehen und bleibt an diesem dann haften. … Manchmal wird ein Professor mit seinem Knochen fast so bösartig wie ein Hund mit seinem Knochen. Aber der Hund leitet wenigstens von seinem Knochen keine Theorie ab und will nicht beweisen, dass sich das Menschtum auf die Hunde vererbte – oder von ihnen herstammte.

G. K. Chesterton. Der unsterbliche Mensch. Carl Schünemann: Bremen, 1930. (47-49)

Das postfaktische Zeitalter

„Das postfaktische Zeitalter begann nicht mit der neuen Rechten sondern mit der Abschaffung der objektiven Wahrheit durch die Postmoderne. Der Versuch, mitten in dieser „Alles-ist-relativ-und-subjektiv“-Stimmung neue moralisch unangreifbare Wahrheiten aufzubauen (z.B. die Unveränderlichkeit der Homosexualität bei gleichzeitig jederzeit fließendem Geschlecht/Gender) musste zwangsläufig wie eine Seifenblase platzen, weil durchschaubar inkonsequent und mit einer nicht mit Fakten untermauerten Arroganz gepaart. Exakt das Gleiche gilt in der Tat in der Theologie: Der Liberalismus hat verlässlich gültige biblische Wahrheiten abgeschafft und sich damit auch selbst jeglicher Argumentationsgrundlage beraubt, denn in der Theologie gibt es jenseits der Bibel keine verlässlichen Fakten, auf die man zeitlos gültige Standpunkte aufbauen könnte. Je mehr sich auch Evangelikale auf die Relativierung klarer biblischer Aussagen (wie z.B. die Ablehnung der Homosexualität) einlassen, umso mehr verlieren auch sie die Autorität, die man braucht, um die Kirche gesund prägen und einen zu können.“ Markus Till https://www.facebook.com/till4one

Winnetou reitet wieder

Am ersten Weihnachtsfeiertag 2016 lief bei RTL die Neuverfilmung von Karl Mays „Winnetou“. 5,1 Millionen Zuschauer sahen den ersten von drei Teilen. Die meisten Medien äußerten sich positiv über die Umsetzung. Die zugrundeliegende Geschichte geht auf den gleichnamigen Bestseller- Roman von Karl May aus dem Jahr 1893 zurück.

Im Buch ließ May den edlen Apachen- Häuptling Winnetou im Alter von 34 Jahren sterben, kurz nachdem er sich zum Glauben an Jesus Christus bekannte. Kenner der eindrücklichen Geschichten Karl Mays wissen natürlich, dass Winnetou immer nur in der Phantasie seines Erfinders und seiner Fans lebte und auch weiterhin noch über die Prärien des amerikanischen Westens reitet. In seiner Person verbinden sich Ehrlichkeit, Mut, Kraft, Klugheit, Treue und Frömmigkeit.

Im Charakter und Schicksal Winnetous finden sich zahlreiche autobiographische Aspekte seines Erfinders Karl May: Geprägt von einer frommen Großmutter beschäftigte sich der Autor zeitlebens intensiv mit dem Glauben an Jesus Christus. Für ihn war es unstrittig, dass der christliche Glaube bei weitem am zuverlässigsten aufzeigt wer Gott ist und wie man am besten mit ihm lebt. Durch seine Romanen wollte Karl May nicht nur unterhalten, sondern seine Leser zum Glauben an Jesus Christus ermutigen, was ihm häufig auch gelang. Seine Helden vertrauen ganz auf die Bibel, sind hilfs- und vergebungsbereit, sowie menschenfreundlich und äußerst geschickt.

Allen, die mehr über die Bedeutung des christlichen Glaubens im Leben Karl Mays und seiner Helden lesen möchte, empfehle ich mein Buch:

Michael Kotsch: „Karl May: Old Shatterhand, Winnetou und der christliche Glaube“, erschienen im Lichtzeichen Verlag, Lage (auch bei mir erhältlich).Michael Kotsch

 

Warum „Last Christmas“ KEIN Weihnachtslied ist!

Auf den Punkt gebracht: Last Christmas ist sowohl der meist geliebte und gleichzeitig meist gehasste „Weihnachtssong“ aller Zeiten – und einer der erfolgreichsten und meistgecoverten obendrein.
„Weder das Jesuskind noch die Hirten auf dem Felde oder die Krippe von Bethlehem kommen darin vor. Geschweige denn Tannenbäume oder Winterlandschaften. Stattdessen handelt der Liedtext von einer verflossenen Liebesbeziehung: Mann verliebt sich in Frau. Frau verliebt sich in Mann – allerdings in einen anderen. Und das schon am nächsten Tag. Letztes Weihnachten war das. So schnell kanns gehen, Tränen fließen in Strömen. Dieses Jahr will der Sänger es besser machen – aber er kann seine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass er der Frau nicht ein weiteres Mal verfällt. An diesem Weihnachten. Herr, erbarme dich!
Doch nicht nur der Schmalzigkeitsfaktor beim Text von Last Christmas nimmt bedenkliche Züge an. Denn wenn man sich den gesamten Text (bekanntermaßen beginnend mit “Last Christmas i gave you my heart but the very next day you gave it away…”) einmal ernsthaft durchliest: Kann man dann wirklich von einer echten, zuende gegangenen „Liebesbeziehung“ sprechen, um die es in dem Song gehen soll? Oder nicht doch eher von einem enttäuschend verlaufenden One Night Stand am Heiligabend des vergangenen Jahres, von dem sich der Sänger mehr erhofft hatte? Ob nun echte Liebesbeziehung oder eine flüchtige Affäre – still und heilig ging es jedenfalls vergangenes Weihnachten in dem Lied nicht zu. Einer Seifenoper oder Telenovela würde dieser Songtext alle Ehre machen – nicht jedoch einem Weihnachtslied.“ Stefan Ahrens
https://thecathwalk.net/2016/11/28/warum-last-christmas-kein-weihnachtslied-ist

„Wo früher das Kreuz hing, hängt heute das Rauchverbot“

Der Krebs hat den Schweizer Schriftsteller Thomas Hürlimann für den Glauben neu sensibilisiert. Die Verweltlichung der Gesellschaft bereitet ihm Sorge. Dem TAGESANZEIGER hat Hürlimann ein beeindruckendes Interview gegeben. Hier ein Auszug:

Für heutige Theologen hat Religion im Kern mit Ethik zu tun.

Damit versuchen sie, uns vom Glauben an Gott zu dispensieren. Nichts gegen eine aufgeklärte Gesellschaft, die von der Selbstbestimmung des Subjekts ausgeht. Aber wir werden ja, trotz aller Bemühungen der Kirchen, nicht zu Agnostikern. Wir glauben weiter. Und da diese Glaubensbereitschaft einen Inhalt haben muss, formiert sich die Gesellschaft in einer Sekte, die sich selbst überwacht und terrorisiert. Der neue Katechismus heisst: Erstes Gebot: Du sollst den Abfall trennen! Zweites Gebot: Du sollst dich vegan ernähren! Drittes Gebot: Du sollst alles durchgendern! Viertes Gebot: Du sollst so tolerant sein wie Globi im neuesten Globi-Buch!

Die Kirchen haben nur noch eine innerweltliche Botschaft?

Genau wie Globi. Zum Reformations jubiläum wollen die Deutschen hauptsächlich Luthers Antisemitismus thematisieren – und aus Quotengründen seine Frau zur eigentlichen Reformatorin deklarieren. Wie lustig das wird, kann man sich vorstellen. Und dann wundern sie sich, dass ihre Kirchen leer sind. Die meisten Predigten heutzutage sind, mit Nietzsche gesprochen, «ein moralisches Grunzen».

Political Correctness als Ersatzreligion?

Ja genau, Pan wurde von der Political Correctness eliminiert. Es geht nur noch um soziale Verhaltensweisen, nicht mehr um Transzendenz. In der Moralschwemme ist das Geheimnis abge soffen. Wo früher das Kreuz hing, hängt heute das Rauchverbot.

Mehr: www.tagesanzeiger.ch.
http://theoblog.de/wo-frueher-das-kreuz-hing-haengt-heute-das-rauchverbot/28769/